Der Jüngling

 

Als ich an einem stürmischen und regnerischen Montagmorgen im September, missmutig und schlechtgelaunt, ob des miesen Wetters, meine Gassirunde drehte, kam mir ein junger Mann entgegen.

Dieser trug einen großen, bunten Rucksack auf seinem Rücken und sang ein fröhliches Liedchen. Als wir uns gegenüberstanden, fragte ich ihn und der Regen tropfte mir von der Hutkrempe, was denn so toll sei um solch ein gute Laune zu haben.

Freundlich sah er mich aus unterschiedlich farbigen Augen an und sprach „Ich freue mich, weil endlich meine Zeit gekommen ist, ich musste fast ein Jahr warten und nun ist es soweit. “

Ich fragte ihn, wer er denn sei und was er beruflich mache und er antwortete, dass er als Maler freischaffend arbeiten würde und turnusmäßig jährlich hier vorbeikäme um seine Arbeiten zu erneuern.

Seine Laune steckte mich an und schon bald empfand ich das Wetter gar nicht mehr so schlimm.

Nein, seit der Jüngling bei mir stand, hatten sich die Wolken auf Grund einer leichten Brise verzogen und die Sonne lugte hervor. Ein paar Blätter von den Bäumen wirbelten herab und mir schien als würden sie sich verfärben, sobald sie an uns vorbei wehten.

Der junge Mann grinste in die Runde und es war ,als würde der Horizont zurücklächeln.

Als er sich verabschiedete fragte ich ihn, wer er denn sei. Wortlos lächelnd deutete er auf das Namensschildchen seines Rucksacks. H.Erbst stand dort in schwungvollen Lettern, gekränzt von gefärbtem Eichenlaub.

Ich sah ihm grübelnd nach und dann auf das Datum meiner Uhr, Heute war der 23. 9. …